Endlich, endlich, endlich: Mit 2:1 konnten die Engelsdorfer den Gast vom Leipziger SC 1901 bezwingen und somit den zweiten Saisonsieg einfahren. Ein Blick auf die Tabelle nach dem Spiel zeigt, wie eminent wichtig dieser Dreier war - vom Wert in Sachen Selbstvertrauen ganz zu Schweigen. Mit nun sechs Zählern sieht’s natürlich immer noch nicht rosig aus, der Kontakt in Richtung freundlichere Gefilde ist jedoch zumindest mal hergestellt.
 
Mit leicht veränderter taktischer Ausrichtung ging’s auf Lok-Seite in dieses bereits richtungsweisende Spiel. Einige Akteure fanden sich auf teils eher ungewohnten Positionen wieder, was natürlich auch der dünnen Personaldecke geschuldet war. Nichtsdestotrotz präsentierte man sich ziemlich genau so, wie es das Trainerteam vorgab. Äußerst diszipliniert und schnörkellos, dem Gegner nichts anbieten und selbst immer wieder Nadelstiche setzen - so der Plan. Tatsächlich hatten die Jungs aus Schleußig kaum Gelegenheit, das Engelsdorfer Gehäuse in Gefahr zu bringen. Einzig kurz vorm Pausenpfiff hatte Ahmadi eine Möglichkeit, verfehlte dabei aber gut zwei Meter.
 
Die Hausherren besaßen zwar selbst ebenfalls kaum Hochkaräter, wussten allerdings, im Gegensatz zu den letzten verdammt tristen Wochen, in Sachen Einstellung und Willen definitiv zu überzeugen. Möchen und vor allem Arnhold zogen über Außen ordentlich an den Ketten, Hacker und Penno wurden von Brandenburger und Jacobi immer wieder energisch unterstützt. Versuche aus der Distanz von Arnhold und Hacker hatten dabei noch das größte Potential, konnten einen torlosen Seitentausch jedoch auch nicht verhindern.
 
Nach der Pause hatte zunächst die Bretschneider-Elf etwas mehr vom Spiel, ohne dabei allerdings zwingend zu werden. Den Gastgebern gelang es zudem nach langer Zeit mal wieder, einen direkten Nackenschlag nach Wiederbeginn zu verhindern. Mit diesem Gefühl im Bauch wuchs spürbar kollektiv der Gedanke: Hier geht heute mehr als zuletzt. Nach etwas über einer Stunde Spielzeit wurde diese Einschätzung mit Leben gefüllt, als sich der blitzschnelle Arnhold nach Pass von Jacobi auf und davon machte, in den Strafraum zog und regelwidrig von den Beinen geholt wurde. Brandenburger lief an und versenkte den fälligen Strafstoß sicher zur Führung (66.).
 
Nachdem der starke Röthling zweimal aufmerksam reagieren musste, kam es gute zehn Minuten nach dem 1:0 sogar noch besser. Hacker behauptete die Kugel im letzten Drittel energisch, spielte weiter zu Jacobi, der wiederum Arnhold bediente. Der Engelsdorfer Sommer-Neuzugang krönte seine bärenstarke Vorstellung, blieb cool und setzte den Ball überlegt per Schlenzer ins lange Eck zum umjubelten zweiten Lok-Treffer (79.). Logisch, dass der LSC nun alles auf eine Karte setzte. Mit Glück, viel Einsatz und einem bestens aufgelegten Röthling gelang es, die drei Punkte ins Ziel zu bringen. Auch der Anschlusstreffer kurz vorm Ende durch Ahmadi (89.) konnte daran letztlich nichts mehr ändern.
 
Ein Sieg der Moral, der die unterm Strich erfolgreiche englische Woche abrundet, haucht den Lok-Kickern nach verkorkstem Spätsommer/Frühherbst neues Leben ein. So oder so ähnlich - wie auch immer: Jetzt gilt‘s unbedingt dran zu bleiben und die guten Ansätze weiter zu bestätigen und auszubauen. Mit dem Derby in Mölkau wartet in einer Woche direkt die nächste wichtige Partie auf die Mißlitz/Kühne-Schützlinge. mw
 
Engelsdorf: Röthling - Schindler, Nöllner, Weichert (C), Wolf - Brandenburger, Jacobi - Möchen, Hacker (90.+2 Sichardt), Arnhold - Penno (87. Jama)
 
Tore: 1:0 Brandenburger (66., FE), 2:0 Arnhold (79.), 2:1 Ahmadi (89.)
 
Schiedsrichter: Dominic Biljesko
Assistenten: Bodo Fritz, k.A.
 
Zuschauer: 20

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