Auch gegen die zweitplatzierten Lindenauer gelang es den Lok-Kickern nicht, das eigene Konto punktemäßig aufzubessern und endlich einen Schritt raus zu machen aus dem Tabellenkeller. Zweieinhalb Möglichkeiten reichten den Gästen dabei aus, um zu drei Toren zu kommen und letztlich alle drei Zähler mitzunehmen. Die Gastgeber haderten ihrerseits einmal mehr mit ungenutzten Chancen und teils schläfrigen Sequenzen vor den Gegentreffern.
 
Auch wenn die Brust derzeit nicht sonderlich breit ist, übernahmen die Engelsdorfer sofort das Heft des Handelns gegen die in der Tabelle momentan glänzend dastehenden Mannen vom Charlottenhof. Guter Kombinationsfluss seitens der Heimelf prägte die ersten 25 Minuten. John und Jacobi hatten in dieser Phase die aussichtsreichsten Gelegenheiten zu einer nicht unverdienten Führung. Doch leider passierte mal wieder genau das Gegenteil. Die Lindenauer standen, wie die meisten Teams bisher, überwiegend tief und lauerten auf Ballverluste der Lok-Elf. Aus einem solchen erkämpften sie sich einen Einwurf auf ihrer linken Angriffsseite, mit dem sie den schnellen Schreiber ins Laufen brachten, der es bis in den Strafraum schaffte und Röthling letztlich keine Abwehrchance ließ (30.).
 
Direkt danach ging’s für die Gäste zurück ins Defensiv-Korsett, an dem sich die Mißlitz/ Kühne-Schützlinge bis zum Pausenpfiff des soliden Paul Posselt erfolglos die Zähne ausbissen.
 
Auch nach dem Wechsel waren die Engelsdorfer weiterhin bemüht den Ausgleich zu erzielen. Vor allem nach Standards wurde es ein ums andere Mal gefährlich, mit Glück und Geschick konnten die Gäste einen Einschlag allerdings zunächst verhindern. Stattdessen reichte erneut eine Offensivaktion Lindenaus aus, um mit 2:0 in Führung zu gehen. Begünstigt durch den böigen Wind, segelte ein weiter Ball über Umwege in den Fuß von Pöschel, der Röthling im langen Eck überwinden konnte (61.). Drei Minuten später war es Schreiber, der sich gegen zwei Lok-Akteure durchsetzen konnte und, symptomatisch zur aktuellen Situation, millimetergenau ins rechte Dreiangel zum dritten SVL-Treffer vollendete (64.).
 
Trotz einigermaßen aussichtslosem Rückstand versuchten die Hausherren weiterhin alles, um zumindest einen Torerfolg zu verbuchen. Einmal Aluminium (Arnhold) sowie ein glänzend parierender Scharch (Kopfball John) verhinderten diesen zunächst noch. In der Nachspielzeit war Arnold nach Schindler-Eingabe am langen Pfosten dann allerdings doch noch erfolgreich (90.+2).
 
Bevor es am nächsten Samstag gegen Aufsteiger Leipziger SC geht, sind die Mißlitz/Kühne-Schützlinge am Tag der deutschen Einheit in Radefeld gefordert. Gegen die SpG FSV Kursdorf 58/Radefelder SV 90 II (1. Kreisklasse/Staffel 2, Tabellenplatz 7) geht’s im Stadtpokal um den Einzug in Runde drei. Eine womöglich und hoffentlich willkommene Abwechslung zum derzeit schnöden Ligaalltag. Anstoß auf dem Radefelder Sportplatz ist am Donnerstag 14 Uhr. mw
 
Engelsdorf: Röthling - Schindler, Weichert (C), Nöllner, Koenigs - John - Möchen (83. Sichardt), Hacker, Jacobi, Wolf (66. Arnhold) - Jama (46. Thümmler)
 
Tore: 0:1 Schreiber (30.), 0:2 Pöschel (61.), 0:3 Schreiber (64., 1:3 Arnhold (90.+2)
 
Schiedsrichter: Paul Posselt
Assistenten: David Goltz, Kevin Schwing
 
Zuschauer: 24

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