Pokalkrimi zu Halloween: Lok-Kicker kommen beim Underdog mit dem Schrecken davon!

Mit einem blauen Auge sind die Engelsdorfer am Reformationstag bei der zweiten Mannschaft der Spielvereinigung Leipzig 1899 knapp an einer Blamage vorbei geschrammt. Trotz spielerischer und vor allem chancenmäßiger Überlegenheit, musste der Favorit jeweils kurz vor Schluss der regulären sowie Nachspielzeit einen Treffer hinnehmen und somit bis ins Elfmeterschießen gehen. Dieses konnte man schließlich dank nervenstarker Schützen souverän für sich entscheiden, so dass letztlich doch noch der Einzug ins Achtelfinale gelang.

Chancen über Chancen: Mindestens vier Treffer hätten die Engelsdorfer in Halbzeit eins erzielen müssen. Weichert, Alex Jacobi, Penno oder auch Kaden besaßen mehr oder weniger hochkarätige Möglichkeiten, von denen zunächst jedoch keine genutzt wurde. Nach 25 Minuten bediente Alex Jacobi Kaden im Sechzehner, der diesmal aus Nahdistanz keine Mühe hatte und den längst überfälligen Führungstreffer besorgte.

Die Gastgeber suchten ihr Heil vornehmlich in langen Bällen, konnten damit vorm Seitenwechsel allerdings kaum mal gefährlich werden. Da sich die Engelsdorfer ebenfalls nicht mehr entscheidend durchsetzen konnten, ging’s mit einer knappen statt deutlichen Lok-Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Teils allerbeste Möglichkeiten wurden in fast grotesker Art und Weise und Regelmäßigkeit versiebt. Längst hätte die Partie entschieden sein müssen. Nach dem Treffer zum 0:2 durch Brandenburgers Kopfball auf Alex-Jacobi-Flanke (73.), dachten wohl die meisten, dass dies nun auch der Fall sei. Doch es kam anders. Zunächst verlängerte Schindler einen Freistoß aus dem Halbfeld unglücklich zum Anschlusstreffer für die Hausherren ins eigene Tor (86.). Keine fünf Minuten später traf SpVgg-Kapitän Dutschek einen Distanzschuss optimal, welcher den Kreisklassisten überraschend in die Verlängerung bugsierte (90.). Unglaublich, zumindest aus Engelsdorfer Sicht!

Kurz geschüttelt, ging es mit dem Vorhaben in die zusätzlichen zwei Mal 15 Minuten, den Sack doch bitte endlich zuzubinden. Als halb Kittel (der eigentliche Stammkeeper musste als Feldspieler eingewechselt werden) und halb SpVgg-Akteur Ramadan den Ball zum 2:3 im Tor versenkten (99.), dachte erneut der Großteil der Anwesenden, dass die Partie zu Gunsten der Gäste abbiegen würde.

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung setzten die Mißlitz/Kühne-Mannen in Sachen Chancenverwertung und schlecht ausgespielten Angriffen allerdings noch einen drauf. Hanebüchen war das, was man dahingehend ablieferte! Dass man die letzte Viertelstunde gar in Überzahl agierte und die SpVgg-Reserve einen Feldspieler nach Rot für ihren Schlussmann zwischen die Pfosten stellen musste, sei dabei nur am Rande erwähnt. Und so kam‘s wie‘s kommen musste: Ein erneuter Sonntagsschuss, diesmal abgegeben von Schulz, senkte sich hinter Fleischer zum 3:3 ins Netz (120.).

Elfmeterschießen. Genau das, was man gegen einen unterklassigen Gegner braucht. Doch wenigstens hier behielt der Stadtligist die Nerven. Konnten Kapitän Weichert, Brandenburger, Seidel und Alex Jacobi sicher verwandeln (Tänzer scheiterte am Aluminium), gelang dies bei den Hausherren lediglich zwei Akteuren. Fleischer parierte einen Strafstoß selbst und musste beim vorentscheidenden Lattentreffer eines SpVgg-Schützen nicht eingreifen.

Somit machte man nach über zwei Stunden den Einzug in die Runde der letzten 16 Teams perfekt. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht. Mund abputzen und Haken dran - ganz, ganz schnell!

Am kommenden Samstag geht’s dann in der Liga weiter. Zu Gast an der Hans-Weigel-Straße ist dazu die SG Olympia 1896 Leipzig. Anpfiff ist 14 Uhr. mw

Engelsdorf: Fleischer - Wolf, P. Jacobi, Tänzer, Thümmler - Schindler - Jama (74. Kittel), Weichert (C), Alex Jacobi, Kaden (46. Seidel) - Penno (46. Brandenburger)

Tore: 0:1 Kaden (25.), 0:2 Brandenburger (73.), 1:2 Schindler (86., ET), 2:2 Dutschek (90.), 2:3 (Ramadan 99., ET), 3:3 Schulz (120.)

Elfmeterschießen: 3:4 Weichert; 4:4 Dutschek; 4:5 Brandenburger; Fleischer gehalten, Tänzer verschossen; 5:5 Zintzsch; 5:6 Seidel, Lattentreffer SpVgg; 5:7 Alex Jacobi

Schiedsrichter: André Gerlach

Assistenten: Kevin Schwing, Jens-Heinrich Schäfer

Zuschauer: 31

Nach oben