Knockout in der Schlussphase - Engelsdorfer geben alles aus den eigenen Händen
 
Es bleibt dabei: Das Pech klebt gnadenlos an den Lok-Kickern. Woche für Woche denkt man, es könnte kaum schlechter laufen, da wird aktuell immer nochmal einer drauf gesetzt. Nach dem 5:5 in Zwenkau war man erneut auf dem besten Weg, endlich den lang ersehnten Befreiungsschlag zu landen. Gegen die zweite Mannschaft der SG Rotation Leipzig sah es lange Zeit nach einem Engelsdorfer Sieg aus, nach 93 Minuten war dann wieder alles ganz anders.
 
Die erste Halbzeit verlief ziemlich höhepunktarm. Die Gäste verschanzten sich in der eigenen Hälfte und ließen die Gastgeber gewähren, denen selbst recht wenig einfiel. Zwar wurde versucht, Lücken in der Rotation-Defensive auszumachen, allzu selten konnten diese jedoch gefunden werden. Die Scheffler-Elf traute sich nur selten aus der eigenen Deckung heraus. Flog doch mal ein weiter Ball oder eine Flanke in den Engelsdorfer Strafraum, war der wiedergenesene Kittel zwischen den Pfosten Herr der Lage. Zwingende Tormöglichkeiten bzw. -annäherungen blieben beiderseits absolute Mangelware. Ein Freistoß von Weichert, der knapp vorbei segelte, war noch die gefährlichste Szene der ersten 45 Minuten.
 
Mit Wiederbeginn zunächst ein identisches Bild, wenngleich die Hausherren fortan etwas zielstrebiger agierten. Leider musste Seidel nach zehn Minuten verletzt runter, Kollrich ersetzte ihn. Wie mittlerweile fest steht, hat sich die Engelsdorfer Nummer 8 eine schwere Bänderdehnung sowie einen Bruch der kleinen Zehe zugezogen. Damit wird auch er die nächsten Wochen fehlen. Hoffen wir auf schnelle und gute Genesung!
 
Zahlreiche ruhende Bälle wurden bei weiterhin überwiegend zähem Ringen erzwungen, von denen einer nach gut einer Stunde die Führung bringen sollte. Tänzer löffelte den Ball in den Strafraum, der nach kurzem Durcheinander vor den Füßen des aufgerückten John landete. Dieser behielt dabei die Übersicht und legte quer zu Weichert, der per Linksschuss erfolgreich vollenden konnte (64.).
 
Obwohl in den Folgeminuten teilweise passabel kombiniert wurde und verloren gegangene Sicherheit scheinbar zurückkehrte, konnte kein erlösendes 2:0 auf den Weg gebracht werden. Brandenburger verhaspelte sich nach gutem Schindler-Pass beispielsweise im Sechzehner, auch Kollrich hatte im Abschluss kein Fortune. Und dies sollte sich erneut bitterböse rächen.
 
In den letzten Minuten riskierten die Gäste nun mehr und wurden belohnt. Nachdem zunächst Jähn noch knapp scheiterte, machte es sein Teamkollege Ziesmann nach unnötigem Lok-Ballverlust kurz darauf besser. Aus Nahdistanz schob er durch die Beine von Kittel zum 1:1 ein (86.). Doch damit nicht genug. Zunächst scheiterte John per Kopf am Aluminium, auch im Nachschuss sollte es nichts werden. Mit der letzten Aktion des Spiels, einem erneut überflüssig fabrizierten Freistoß aus dem Halbfeld, kam Rotation in Person von Torjäger Jähn tatsächlich noch zum Siegtreffer per Kopf (90.+3). 
 
Am Mittwoch geht’s für die Lok-Kicker direkt in Leutzsch weiter, wo um 18 Uhr der Nachholer gegen die Chemie-Reserve angepfiffen wird. mw
 
Engelsdorf: Kittel - Wolf (87. Thümmler), P. Jacobi, John, Tänzer - Schindler - Seidel (56. Kollrich), Weichert (C), Koenigs, Alrajab - Brandenburger
 
Tore: 1:0 Weichert (64.), 1:1 Ziesmann (86.), 1:2 Jähn (90.+3)
 
Schiedsrichter: Dennis Poppe
Assistenten: Herbert Schrader, Siegfried Beyer
 
Zuschauer: 20

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