Eine 1:3-Heimpleite mussten die Lok-Kicker am Samstag gegen den aktuellen Spitzenreiter Chemie Leipzig II einstecken. Möglichkeiten für etwas Zählbares waren ausreichend vorhanden, unterm Strich hatte man sogar das Chancenplus auf eigener Seite. Doch was nützt das, wenn man gegen deutlich cleverere Gäste kein Kapital daraus schlagen kann. Somit bleiben die Engelsdorfer unverändert auf Platz 15 kleben.

 
Die Grün-Weißen, mit Regionalliga-Kicker Wajer in der Startelf, erwischten den besseren Start. Man merkte schnell, das Chemie letztes Wochenende im Einsatz war und den Engelsdorfern auf Grund der Spielabsage der Rhythmus fehlte. So dauerte es nur zehn Minuten, bis Wecker den ersten guten Spielzug zum Führungstreffer nutzen konnte (10.). Die Lok-Kicker versuchten durch Standards von Weichert ins Spiel zu finden. Drei gute Kopfballgelegenheiten, einmal Brandenburger sowie zweimal John, hätten mindestens einen Treffer verdient gehabt. Zweimal war Chemie-Schlussmann Steffens auf dem Posten, einmal kratzte einer seiner Mitspieler für ihn gerade so noch von der Linie.
 
Stattdessen stellten die Chemiker bereits Mitte der ersten Hälfte die Weichen auf Auswärtssieg. Peters nutzte einen unstrittigen Foulelfmeter, nachdem Kittel zu spät am Ball war, zum 0:2 (24.). Eine Vorarbeit von Wecker vollendete Winkler aus kurzer Distanz direkt zum 0:3 (25.). Auch wenn sich die Hausherren bis zum Pausenpfiff durchaus bemüht zeigten, war durch den Doppelschlag der Stecker vorerst gezogen.
 
Mit Wiederbeginn verwaltete der Tabellenführer zunächst ohne große Mühe den komfortablen Vorsprung. Die Engelsdorfer wussten nur selten den Rückenwind-Vorteil für sich zu nutzen und Druck aufzubauen. Mit mehr Mut wäre gegen einen keinesfalls unschlagbaren Gegner definitiv mehr drin gewesen. Doch auch so hatte man im Grunde ausreichend Gelegenheiten, zumindest noch einen Punkt zu ergattern.
 
Abermals brannte es nach Eckbällen des Lok-Kapitäns lichterloh im chemischen Sechzehner. Erneut waren es John, zudem Hacker und vor allem Brandenburger, die teils beste Situationen nicht mit einem Torerfolg krönen konnten. Erst der eingewechselte Möchen stand richtig, als die Kugel über Hacker und Brandenburger direkt vor seinen Füßen landete - 1:3 (75.). Wenige Zeigerumdrehungen später zeigte der souveräne Umparteiische Duemke völlig zu Recht auf den Punkt, Chemies Torschütze zum 0:3 klärte im Sechzehner regelwidrig per Handspiel. Brandenburger schnappte sich das Streitobjekt, lief an und scheiterte am abtauchenden Steffens. Hätte, wäre, wenn ... Kurz darauf war Schluss und die erste Niederlage der Rückrunde amtlich.
 
Mit dem Auswärtsspiel in Stötteritz steht für die Engelsdorfer am kommenden Samstag eine eminent wichtige Partie an. Mit einem Dreier im Südoststadion würde man den aktuell direkten Konkurrenten am rettenden Ufer, Eintracht Schkeuditz (eine Woche später zu Gast in Engelsdorf), unter Druck setzen. Dafür bedarf es allerdings deutlich mehr Effizienz als zuletzt. mw
 
Engelsdorf: Kittel - Wolf, John, Nöllner, Thümmler (86. Liebetreu) - Schindler - Brandenburger, Koenigs, Jacobi (66. Möchen), Hacker - Weichert (C)
 
Tore: 0:1 Wecker (10.), 0:2 Peters (24., FE), 0:3 Winkler (25.), 1:3 Möchen (75.)
 
Schiedsrichter: Falko Duemke
Assistenten: Max Brose, Christoph Seifferth
 
Zuschauer: 37

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