Der SV Lok Engelsdorf dampft weiter erfolgreich durch die Liga. Bei Vizemeister TuS Leutzsch setzte man sich absolut verdient mit 4:1 durch und konnte den vierten Dreier in Folge feiern. Und das, obwohl man erneut eine Vielzahl von Spielern ersetzen und diesmal gar auf drei Altherren-"Haudegen" zurück greifen musste.

Tänzer, Brandenburger, Reiche, Ott, Alrajab, Kaden, Kollrich und Fleischer nicht da, Friebel weiterhin außer Gefecht, dazu ein verletzter Penno auf der Bank sowie ein angeschlagener John in der Innenverteidigung: Die Vorzeichen hätten vorm Anpfiff ganz sicher besser stehen können. Wie die Truppe - unterstützt von den "Jungbrunnen" Egermaier und Kreitz auf der Bank sowie Marko Sorgatz als Sturmspitze in der Startelf - jedoch zum wiederholten Male aus der Not eine Tugend machte, nötigt definitiv Respekt ab.

Von Beginn an war mal das spielbestimmende Team auf dem bestens präparierten Rasen an der Rietschelstraße. Seidels Kopfball nach Weichert-Eingabe war nach kurzer Spielzeit die erste gute Gelegenheit der Gäste. Eine gute Viertelstunde dauerte es, bis man sich dann auch belohnen konnte. Sorgatz „klaute“ der Heimmannschaft im Aufbauspiel den Ball und Alex Jacobi wurde auf dem Weg in Richtung Tor von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß versenkte Seidel platziert aus elf Metern zur Führung für die Engelsdorfer (17.).

Die Vorgabe des Trainerteams, den konterstarken Gastgebern keine Gelegenheiten zu schnellen Gegenstößen zu geben, wurde über nahezu die komplette Spielzeit konsequent umgesetzt. Durch die Bank weg lieferten die Lok-Kicker eine konzentrierte Darbietung, zudem entschied man eine Vielzahl von wichtigen Zweikämpfen regelmäßig für sich.

Einmal entwischte TuS-Torjäger Winkler der Engelsdorfer Defensive in Halbzeit eins, Kittel konnte die Situation reaktionsschnell und im Nachfassen allerdings bereinigen. Ansonsten ließ man absolut nichts zu und spielte immer wieder gefällig nach vorn. Leider fehlte es im letzten Drittel noch des Öfteren am entscheidenden Zuspiel, so dass ein knapp am Kasten vorbei zischender Freistoß von Weichert die gefährlichste Aktion bis zum Seitenwechsel blieb.

In der zweiten Hälfte knüpften die Mißlitz/Kühne-Mannen nahtlos an die Leistung der ersten 45 Minuten an. Energisch, zweikampfstark und nun auch deutlich zielstrebiger, verdiente sich Truppe binnen 20 Minuten bereits die Vorentscheidung. Zunächst war es Alex Jacobi, der seinem Gegenspieler die Kugel abnahm und gegen aufgerückte Leutzscher plötzlich mutterseelenallein unterwegs war. Vor Keeper Eck behielt er ebenfalls die Nerven und vollendete überlegt zum zweiten Lok-Treffer (53.). Rund zehn Minuten später war es der ehemalige Bezirksliga-Knipser Sorgatz, der eine erneute Leichtsinnigkeit der TuS-Hintermannschaft gnadenlos bestrafte und somit auf 3:0 aus Sicht der Gäste stellte (65.).

Seidel, Möchen sowie erneut Sorgatz hatten wenig später gute Möglichkeiten zu einer noch höheren Führung, ließen diese allerdings zunächst liegen. Auf der Gegenseite machte es Winkler besser und verkürzte nach Eckball etwas überraschend per Kopf für seine Farben (77.). Kurz darauf hatte er nach einer weiteren Ecke gar die Chance zum zweiten Treffer, traf allerdings, zum Glück für die Engelsdorfer, nur den Querbalken.

Nach kurzem Durcheinander in Folge des Anschlusstreffers und zwei weiteren guten Gelgenheiten des TuS, sammelten sich die Lok-Kicker in den letzten Minuten wieder und hatten nach Vorarbeit von Seidel durch den eingewechselten Jama die große Gelegenheit zum vierten Treffer. Kurz darauf wurde Schindler im Sechzehner regelwidrig ausgebremst, der fällige Pfiff des ansonsten guten Unparteiischen Bitterlich blieb allerdings aus. Mit der letzen Aktion der Partie gelang letztlich aber doch noch Tor Nummer vier. Nach Befreiungsschlag und weitem Ball von Alex Jacobi war der ebenfalls eingewechselte Wolf allein auf weiter Flur. Der weit vor seinem Kasten stehende Leutzscher Schlussmann konnte ebenso wenig eingreifen wie ein zurückeilender Feldspieler. Mit der nötigen Ruhe erzielte der junge Mann seinen ersten Treffer im Herrenbereich und stellte damit gleichzeitig den Endstand her (90.+4).

Nach dem Punktspiel ist vor dem Pokalspiel: Am Buß- und Bettag sind die Engelsdorfer beim Nachbarn in Mölkau zum Achtelfinale zu Gast. Bis dahin gilt es sich bestmöglich zu regenerieren, denn ohne vorweg zu greifen steht eines fest: Es gibt definitiv etwas gut zu machen am kommenden Mittwoch! mw

Engelsdorf: Kittel - Koenigs, P. Jacobi, John (70. Egermaier), Thümmler - Schindler - Möchen (88. Wolf), Weichert (C), A. Jacobi, Seidel - M. Sorgatz (84. Jama)

Tore: 0:1 Seidel (17., FE), 0:2 A. Jacobi (53.), 0:3 M. Sorgatz (65.), 1:3 Winkler (77.), 1:4 Wolf (90.+4)

Schiedsrichter: Axel Bitterlich
Assistenten: Leon-Phillip Dastych, Matthias Clement

Zuschauer: 30

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