Premiere zum letzten Heimspiel der Saison: 0:0 endete die Samstags-Partie gegen den Mitaufsteiger SG Rotation Leipzig 1950 II. In knapp drei Jahren nach dem Engelsdorfer „Reload”, war dies das erste torlose Remis überhaupt. In der aktuellen Spielzeit teilten sich die Lok-Kicker damit in 15 Heimspielen bereits das sechste Mal die Punkte mit der Gegnerschaft, sieben Siege und zwei Niederlagen stehen dem entgegen.

Bevor diesmal der Ball rollte, stand zunächst Lok-Coach Hans-Joachim Klinger im Mittelpunkt. Die Partie am Samstag war seine letzte vor eigenem Publikum als Trainer der Engelsdorfer, mit dem Spiel am kommenden Samstag in Zwenkau endet offiziell die zweite und definitiv letzte Amtsperiode an der Seitenlinie der Lok-Kicker. Vize-Präsident Matthias Peuckert fasste emotional am Mikrofon die äußerst erfolgreichen Jahre zusammen. Abteilungsleiter Jörg Ulrich, Vorstandsmitglied Hartmut Ballenberger sowie der Kapitän der Mannschaft überreichten allerhand Präsente, garniert von ein paar persönlichen und warmen Worten zum Abschied an der Hans-Weigel-Straße.

Die Truppe stand Spalier und hielt einen "Danke Coach"-Banner in den Händen, der definitiv wortwörtlich zu nehmen ist. Entgegen seiner eigenen Ankündigung von 2015, das Traineramt zum Neustart für zwei Jahre zu übernehmen, hängte der fußballverrückte Fachmann im vergangenen Sommer ein weiteres dran und verabschiedet sich nun sozusagen mit einem Jahr „Verspätung” in den wohlverdienten Trainer-Ruhestand. Auch an dieser Stelle gilt es nochmal laut DANKE zu sagen, eine etwas detailliertere Ausführung zur Trainerlaufbahn des "HJK" gibt es selbstverständlich mit etwas Abstand nach Ende der Saison.

Mit vier Änderungen zur Vorwoche starteten die die Engelsdorfer ins Duell mit den Gästen von der Delitzscher Straße. Schindler und Koenigs rutschten für Seidel (Urlaub) und den gelbgesperrten Weichert ins Zentrum, Friebel und Brandwein wirbelten für Kollrich und Penno über die Außenbahnen. Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel zwischen beiden Strafräumen, ohne dass sich eine Mannschaft entscheidend in Szene setzen konnte. Pässen in die Tiefe fehlten seitens der Hausherren meist die Genauigkeit. Gelang dies in Person von Alex Jacobi doch einmal, landete die Eingabe von der Grundlinie, in diesem Fall von Friebel, nur am Außennetz.

Die Gäste rissen ebenfalls keine Bäume aus, zogen den Angriffsbemühungen der Lok-Kicker mit aggressivem Zweikampfverhalten jedoch immer wieder den Zahn. Im Vorwärtsgang wurden sie einmal gefährlich, Kittel tauchte ab und verhinderte per Glanztat eine überraschende Gästeführung.

Seitens des Tabellenfünften war es zunächst der aufgerückte Reiche, der nach Doppelpass mit Brandenburger per sehenswertem Linksschuss am gut reagierenden Rotation-Keeper Herzog scheiterte. Wenig später war es Alex Jacobi, der plötzlich allein auf weiter Flur war und ebenfalls im Schlussmann der Gäste seinen Meister fand.

Nach dringend notwendiger Erfrischungspause änderte sich am Spielgeschehen auch in Halbzeit zwei nicht viel. Die Engelsdorfer waren bemüht, fanden gegen weiterhin kompakte Gäste allerdings keinen Dosenöffner. Die Hitze tat ihr Übriges, was dem allgemeinen Niveau natürlich wenig zuträglich war. So plätscherte die Partie mehr oder weniger dem Ende entgegen, ein weiblicher Ultra im Engelsdorfer Block ahnte recht zeitig: „Hier passiert heute nicht mehr viel.” So war es dann auch. Zwei Freistöße nahe der Strafraumgrenze von Brandenburger sowie Patrick Jacobi verfehlten ebenso ihr Ziel wie ein eher zaghafter Versuch vom eingewechselten Möchen. Recht zeitig erlöste Schiedsrichter Schilde die sichtlich erschöpften Kicker auf dem Feld, auch die treuen Fans machten sich schnurstracks auf den Weg in Richtung Kneipenchef André Wolf.

Der letzte Auftritt der Engelsdorfer findet, wie bereits erwähnt, am kommenden Samstag im Zwenkauer Eichholz statt. 14 Uhr ist Anpfiff beim zweiten Mitaufsteiger aus glorreichen Stadtklasse-Zeiten, gegen den eine unterm Strich und für beide Teams nicht ganz unerfolgreiche Stadtliga-Spielzeit 2017/2018 beendet wird. mw

Engelsdorf: Kittel - Apreck, P. Jacobi (C), Reiche - Brandwein, Schindler, Koenigs, Friebel (84. Jama) - A. Jacobi - Altmann (68. Möchen), Brandenburger

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Stefan Schilde

Assistenten: Norbert Misch, Gunter Steudel

Zuschauer: 28

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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