Einen schwer erkämpften 3:2-Auswärtssieg fuhren die Engelsdorfer am vergangenen Samstag beim LSV Südwest ein. Trotz 55-minütiger Überzahl nach Gelb-Rot für LSV-Akteur Wunderlich, taten sich die Lok-Kicker ziemlich schwer an der Radrennbahn. Nur mit einem Kraftakt in der Schlussphase konnten sie letztlich die drei Punkte auf ihre Seite ziehen und somit Rang fünf in der Stadtliga Leipzig erfolgreich festigen.

Mit zwei Nachwuchskickern und einem noch immer angeschlagenen Robert John in der Startelf, versuchten die Lok-Kicker - wie bereits seit Wochen - das Beste aus der Situation zu machen. Ein Punkt wurde als Minimalziel ausgegeben und recht schnell wurde klar, dass diese Zielvorgabe durchaus realistisch war. Beide Teams waren bestrebt, schnell den Vorwärtsgang zu finden. Beiderseits fehlte es jedoch am nötigen "Feintuning", so dass ein Kopfball von Weichert nach Brandwein-Einwurf und Brandenburger-Verlängerung zunächst die einzig nennenswerte Torannäherung blieb.

Nach einer knappen halben Stunde war es erneut Brandenburger, der nach Weichert-Ecke das beste Timing hatte. LSV-Keeper Buhler war bereits geschlagen, das Abwehrbein eines Kollegen konnte die Kugel noch gerade so von der Linie schlagen. Zehn Minuten vorm Pausenpfiff erwies Maximilian Wunderlich seinem LSV einen "Bärendienst" und musste nach Foul und anschließender Rangelei per Ampelkarte vom Feld. Die Engelsdorfer wussten dies noch vorm Pausenpfiff für sich zu nutzen. Brandenburger lieferte den Ball bei Weichert ab, der Johannes Penno im richtigen Moment auf die Reise schickte. Auf und davon, blieb der "Youngster" auch vorm LSV-Schlussmann cool und vollendete unhaltbar ins lange Eck zum Führungstor und gleichzeitig persönlichen Premierentreffer im Herrenbereich (45. +1).

Trotz komfortabler Ausgangslage - Führung sowie Überzahl bei "ordentlicher" Hitze - brachten sich die Gäste nach dem Wechsel durch eigene Fehler unnötigerweise mal wieder selbst vom Weg ab. Liga-Top-Torjäger Kretzschmar wurde nach missglücktem Klärungsversuch im Strafraum von den Beinen geholt und verwandelte den fälligen Elfmeter gleich selbst (54.). Kurz darauf stellte Alsaloum das Spiel komplett auf den Kopf.  Per abgefälschter Bogenlampe und umringt von einer Hand voll Lok-Kicker, erzielte der LSV-Angreifer den Führungstreffer für die Heimelf (60.).

Innerhalb von wenigen Minuten hatten die Engelsdorfer das Spiel aus der Hand gegeben und mussten nun ihrerseits einem Rückstand hinterher rennen. Coach Klinger - in Abwesenheit des diesmal verhinderten Daniel Mißlitz allein verantwortlich - hatte jedoch das richtige Ass im Ärmel. Alex Jacobi, der seit Wochen kein Pflichtspiel bestreiten konnte und im Grunde noch immer nicht hundertprozentig einsatzfähig ist, wurde auf den gepflegten Rasen delegiert. Akribisch vom ebenfalls verletzten Bruder Patrick "präpariert", sorgte dessen Einwechslung sofort für Belebung. Zunächst touchierte ein Freistoß von Seidel die Lattenoberkante, im Anschluss versuchte es Jacobi selbst, zielte aber, wie Koenigs auch, etwas zu hoch.

Die Zeit schien den Engelsdorfern langsam aber sicher davon zu laufen. Zehn Minuten waren offiziell noch auf der Uhr, da machte sich Kollrich über rechts auf den Weg und brachte die Kugel flach in den Sechzehner. Weichert löffelte das Streitobjekt im Gewühl weiter zu Koenigs, der humorlos drauf hielt und Buhler aus rund zehn Metern überwinden konnte - 2:2 (80.). Geht da noch was? Und ob! Alex Jacobi erlief einen weiten Ball an der linken Strafraumgrenze, legte klug auf Kapitän Weichert zurück, der die Champions-League-Pille mit vollem Risiko aus rund 18 Metern in den linken Torwinkel donnerte - 2:3 (83.) !

Das Spiel war erneut gedreht doch die Schlussminuten gerieten für die Lok-Kicker trotz Überzahl zur Zitterpartie. Zwei gefährliche Situationen galt es noch zu überstehen, dann war Feierabend. Mit 41 Punkten konnte sich der Aufsteiger einen direkten Konkurrenten um Platz fünf erfolgreich vom Hals halten und gleichzeitig den fünften Auswärtssieg der Saison einfahren.

Am kommenden Sonntag geht's für die Lok-Kicker erneut auf Reisen. 15 Uhr ist Anpfiff an der Holzhäuser Straße beim SV Brehmer Leipzig. mw

Engelsdorf: Kittel - Salbert, John, Brandwein - Kollrich, Schindler, Seidel, Koenigs (89. Möchen) - Weichert (C) - Penno (65. A. Jacobi), Brandenburger

Tore: 0:1 Penno (45. +1), 1:1 Kretzschmar (54., FE), 2:1 Alsaloum (60.), 2:2 Koenigs (80.), 2:3 Weichert (83.)

Schiedsrichter: Stefan Schilde

Assistenten: Jiri Kostalek, Rouven Lüter

Zuschauer: 32

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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