Nach den zahlreichen Spielausfällen der letzten Wochen ging's für die Lok-Kicker am gestrigen Sonntag endlich wieder um Punkte. Auf dem Markranstädter Kunstrasenplatz war die Klinger/Mißlitz-Elf gegen die "Zweite" des SSV gefordert und erwies sich dabei für die Heimelf als ziemlich guter Gast. Trotz ordentlichen Beginns, verpasste es der Aufsteiger, Kapital aus der dominanten ersten Hälfte zu schlagen und ging stattdessen nach schwacher zweiter Halbzeit im Stadion am Bad, nun ja, komplett baden.

Die erste Niederlage nach langer Zeit (10. Spieltag, 1:3 bei LVB) war dabei so unnötig wie kaum eine andere in dieser Spielzeit. Trotz des Fehlens von Apreck, Kaden, Patrick und Alex Jacobi sowie Kollrich, nahmen die Engelsdorfer vom Anstoß weg das Heft in die Hand und setzten nach wenigen Minuten durch einen Distanzschuss von Weichert die erste Duftmarke. Weitere gut vorgetragene Angriffe über die Außenpositionen sorgten in den ersten 30 Minuten immer wieder für Gefahr, einzig ein Tor wollte nicht gelingen. Die dickste Chance besaß dabei Robert John per Kopf, der die Flanke von Brandwein leider nicht im Gehäuse unterbringen konnte. Wenig später musste eben jener John verletzungsbedingt runter. Nach einem Foulspiel in der gegnerischen Hälfte knickte er erneut mit seinem bereits lädierten Knöchel um. Zwar versuchte er es noch einmal, musste dann aber doch gegen Felix Salbert ausgetauscht werden. Bleibt zu hoffen, dass der Mittelfeldstratege schnell wieder fit wird und sich nicht auch noch in die bereits lange Verletztenliste einreiht.

Mit Salbert und Brandenburger in der Spitze sowie Weichert dahinter ging es schließlich weiter. Auch nach der Umstellung blieben die Gäste spielbestimmend. Wie so oft in dieser Saison, fehlte es beim letzten Pass immer wieder an der nötigen Genauigkeit, so dass verheißungsvolle Offensivaktionen letztlich doch meist verpufften.

Die Heimelf stand tief und war ausschließlich damit beschäftigt, einen Rückstand zu verhindern. Das erste Mal traute sich die Polz-Elf kurz vorm Pausenpfiff nach vorn. Zum Leidwesen der Engelsdorfer führte dies auch gleich zum Gegentor. Durch mangelnde Kommunikation konnte der Gegenstoß weder unterbunden noch die Flanke von rechts verhindert werden. Choynacki stand im Zentrum blank, traf den Ball nicht richtig, was sich für den Lok-Schlussmann und Ex-Markranstädter Kittel letztlich als unhaltbar erwies. So ging's mit einem 0:1 aus Engelsdorfer Sicht in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel und einigen Umstellungen, brachten die Lok-Kicker kaum mehr zwingende Aktionen aufs Kunstgeläuf. Fehlabspiele und hektisches Anrennen spielten den Hausherren absolut in die Karten, auch wenn diese ebenfalls kaum Bäume ausrissen. Halbgare Möglichkeiten von Buegger oder Weichert, viel mehr kam nicht in Richtung des SSV-Kastens. Vielmehr hatten die Engelsdorfer Glück, dass nach einer Direktabnahme eines SSV-Angreifers lediglich das Aluminium und nicht das Tornetz zappelte.

Die Gäste taten sich bis zum Ende schwer, Lücken im dichten Abwehrverbund zu finden. Die abstiegsbedrohten Hausherren kämpften aufopferungsvoll für die drei möglichen Punkte, zehn Minuten vorm Schlusspfiff sorgten sie dann auch für die Vorentscheidung. Choynacki düpierte an der Torauslinie gleich zwei Engelsdorfer, schlenzte die Kugel frech ins lange Eck zu seinem zweiten Treffer (80.). Den Schlusspunkt setzte schließlich Loimer, der gegen aufgerückte Engelsdorfer und allein vor Kittel wenig Mühe hatte, zum Endstand zu vollenden (88.). Hängende Köpfe bei der Lok nach Saisonpleite Nummer fünf, überschwänglicher Jubel beim SSV über drei wichtige Zähler im Abstiegskampf, die wohlgemerkt verdient waren.

Auch wenn die Personalsituation und das Fehlen wichtiger Säulen nur wenig Grund für Optimismus liefern, so bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Mannschaftliche Geschlossenheit, Teamgeist und Einsatzbereitschaft sind in den kommenden, nicht leichter werdenden Wochen, mehr denn je gefragt!

Trotz des anstehenden Osterfestes sind die Lok-Kicker bereits nächste Woche wieder im Einsatz. Am Ostermontag empfangen sie um 14 Uhr den Tabellennachbarn vom SV Lindenau 1848 zum Nachholer des 18. Spieltags an der Hans-Weigel-Straße. mw

Engelsdorf: Kittel - Reiche, Buegger, Thümmler - Brandwein, Seidel, Koenigs, Möchen - John (35. Salbert/71. Jama) - Weichert (C), Brandenburger

Tore: 1:0 Choynacki (42.), 2:0 Choynacki (80.), 3:0 Loimer (88.)

Schiedsrichter: Paul Posselt

Assistenten: Robin Gaede, Oliver Fuchs

Zuschauer: 30

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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