Mit dem SV Tapfer 06 Leipzig ist am gestrigen Dienstagabend der nächste Aufstiegsanwärter gegen die Engelsdorfer gestrauchelt. Nach dem 3:0-Erfolg der Lok-Kicker vor anderthalb Wochen bei TuS Leutzsch, mussten auch die Schönefelder per 2:2 einen Dämpfer im Kampf um den Stadtmeistertitel hinnehmen.

Mit fünf Änderungen zum Spiel gegen Schkeuditz starteten die Hausherren ins Duell mit dem Nachbarn von der Torgauer Straße. Zu den zahlreichen verletzten, kranken oder gesperrten Spielern, gesellten sich kurzfristig auch noch Salbert und Koenigs hinzu. Somit musste das Trainergespann erneut auf sage und schreibe zehn (!) Akteure verzichten, so dass mit Kevin Altmann und Kevin Soto Schindler zwei A-Jugend-Kicker von Beginn an ran mussten.

Trotz der diversen Umstellungen hielten die Lok-Kicker von Beginn an gut dagegen. Bereits in der ersten Spielminute hätte es nach weitem Einwurf von Brandwein zwingend Elfmeter für die Hausherren geben müssen. Lok-Kapitän Weichert wurde beim Versuch, den verlängerten Ball ins Tor zu spitzeln, rabiat von Tapfer-Schlussmann Schwarze von den Beinen geholt. Hier auf Stürmerfoul zu entscheiden war mindestens abenteuerlich - selbst Schwarze konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die Elf von Trainer Marcus Wittmann hatte zwar mehr Ballbesitz, konnte sich gegen aufmerksame Gastgeber aber zunächst keine Vorteile erspielen. Konsequent wurden die Gästeangreifer an die Kette gelegt, so dass Torchancen für den Favoriten erfolgreich unterbunden werden konnten. Im Vorwärtsgang wurde versucht, schnörkellos und geradlinig für Akzente zu sorgen. Kollrich und Seidel machten über die Außenpositionen ordentlich Betrieb. Nach Rückpass von Seidel versuchte es Weichert per Direktabnahme von der Strafraumgrenze, brachte allerdings nicht genügend Druck hinter den Ball.

In der Folgezeit ging's ziemlich ausgeglichen hin und her, Torraumszenen blieben die Ausnahme. Fünf Minuten vorm Pausenpfiff änderte sich das allerdings. Eine gut getimte Seidel-Ecke bugsierte Ex-Tapferaner Brandwein in typischer Brandwein-Manier unhaltbar in die Maschen - 1:0 für die Engelsdorfer (41.). Kurz darauf verpasste Brandenburger nach klasse Pass von Buegger per Schlenzer gar einen möglichen Ausbau der Führung.

Nach dem Wechsel brachten sich die Hausherren leider recht schnell durch eigene Fehler ins Hintertreffen. Anders - bis dahin bestens abgemeldet - konnte nach Ballverlust zunächst per abgefälschtem Schuss einlochen (47.). Eine Viertelstunde später nutzte er einen verunglückten Rückpass der Engelsdorfer recht mühelos zum Führungstreffer (63.). Diese Führung spielte den bis dahin recht harmlosen Gästen natürlich in die Karten. Auch wenn der Ausgleich bis dahin durchaus verdient war, ein Tor besser waren die Wittmänner zum Zeitpunkt des Führungstreffers keinesfalls.

Die Engelsdorfer mussten nun natürlich mehr riskieren und gleichzeitig Räume preisgeben. Diese nutzen die Gäste fortan deutlich besser, Noguera und Anders hätten den Sack in der Schlussphase eigentlich zubinden müssen. Taten sie aber nicht. Und so kam es wie so oft im Fußball. Erneut wuchtete Brandwein per Einwurf den Ball in den Sechzehner, der aufgerückte Apreck stocherte, die vielen Tapfer-Abwehrbeine brachten den Ball nicht weg und der eingewechselte Haller nutzte die Gunst der Stunde, um aus dem Gewühl heraus das 2:2 zu erzielen (90.). Jubel auf der einen, lange Gesichter auf der anderen Seite.

Drei seitens der Gäste fest eingeplante Punkte gingen damit flöten, ebenso die wahrscheinlich letzte Hoffnung, nochmal ganz oben angreifen zu können. Die Lok-Elf behauptete mit dem Punktgewinn natürlich etwas glücklich, wenngleich nicht gänzlich unverdient, Tabellenplatz fünf im Stadtliga-Ranking. Diesen auch weiterhin zu verteidigen, ist der Aufsteiger am Samstag in Kleinzschocher gefordert. Mit dem LSV Südwest wartet der Tabellensiebente auf die Engelsdorfer, Anstoß an der Radrennbahn ist 15 Uhr. mw

Engelsdorf: Kittel - Buegger (73. Haller), Apreck, Brandwein - Reiche (51. Penno), Schindler - Seidel, Weichert (C) (73. Jama), Kollrich - Altmann, Brandenburger

Tore: 1:0 Brandwein (41.), 1:1 Anders (47.), 1:2 Anders (63.), 2:2 Haller (90.)

Schiedsrichter: Matthias Clement

Assistenten: René Eggert, Norbert Hannak

Zuschauer: 75

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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