Bärenstarke Vorstellung in Leutzsch: Mit einem sensationell souveränen 3:0-Auswärtssieg beim Tabellenzweiten TuS Leutzsch, haben die Engelsdorfer endlich den ersten Pflichtspielsieg in 2018 eingefahren. Mit zwei "Dachsen" aus der eigenen A-Jugend in der Startelf, setzten die optimal vom Trainergespann eingestellten Lok-Kicker die Vorgaben bestens in die Tat um und entführten so auch in dieser Höhe verdient drei Punkte von der Rietschelstraße.

Neben den beiden Eigengewächsen - Bennet Friebel im linken Mittelfeld sowie Kevin Altmann als zweite Spitze neben Brandenburger - gab es auch andernorts eine Premiere. Der immer noch nicht wieder hundertprozentig genesene Robert John ließ sich den maladen Knöchel fett abtapen und gab in Abwesenheit der fast kompletten Defensivreihe erstmals überhaupt den Abwehrchef. Wer's nicht wusste, wäre sicher nicht unbedingt von einer Premiere ausgegangen. Der Routinier legte im Verbund mit den beiden "Zweikampfmonstern" Brandwein und Thümmler eine famose Vorstellung hin. Die beiden TuS-Angreifer Kahle und Topaloglu mussten genervt sein. Die aufmerksam dirigierte Dreierkette machte durchweg einen klasse Job!

Rein ins Spiel. Dieses Begann nahezu perfekt für die Gäste. Koenigs wurde 18 Meter vor dem Kasten von den Beinen geholt, Freistoß in aussichtsreicher Position. Seidel lief an und versenkte die Kugel per herrlichem Schlenzer über die Mauer hinweg zum frühen 0:1 (8.). Die Hausherren fanden zunächst nur wenige Mittel, um den Engelsdorfern gefährlich zu werden. Zu ungenau agierte der Favorit im Vorwärtsgang, mit viel Einsatz konnten die Gäste recht souverän Schaden vom eigenen Tor fern halten. Brandenburger und Altmann machten im Sturmzentrum ordentlich Betrieb, des Öfteren waren beide nur durch Foulspiel zu bremsen. Wirklich gefährlich wurde es zunächst allerdings nicht mehr, ein Kopfballversuch von Brandwein nach Seidel-Eingabe bildete da die Ausnahme.

Die Heimelf zeigte sich vorm Pausenpfiff noch zweimal im/am Sechzehner der Lok-Kicker. Doch sowohl Kahle als auch Hännsgen zielten im Abschluss zu ungenau, so dass es mit einer knappen aber nicht unverdienten Pausenführung der Klinger/Mißlitz-Truppe in die Kabinen ging.

Hellwach bleiben, nicht Nachlassen, nach Möglichkeit ein zweites Tor nachlegen: In Gästekabine 4 wurden die Ohren während der Verschnaufpause gespitzt. Die Vorgaben des Trainerteams wurden direkt mit Wiederanpfiff umgesetzt - und wie. Anstoß Brandenburger, weiter Ball von Weichert auf Kollrich, der einen Eckball erkämpfte. Der Lok-Kapitän brachte die Kugel messerscharf nach innen und "Paule" Brandwein machte per platziertem Kopfball ins linke obere Eck klar, wer hier heute als Sieger den Platz verlassen wird. 0:2 in der 46. Minute. Das hat definitiv gesessen.

Die Gastgeber - nach eigener Aussage und entgegen anderslautender Gerüchte durchaus an einem möglichen Landesklasse-Aufstieg interessiert - natürlich bedient jedoch nicht unbedingt geschockt. Nach immer wiederkehrendem Strickmuster wurde kontinuierlich versucht, das eigene Offensivduo ins Spiel zu bringen. Den aufmerksamen Engelsdorfern war an diesem Tage damit allerdings nicht beizukommen. Hart am Mann und im entscheidenden Augenblick immer ein Bein dazwischen - die vorbildliche Defensivarbeit der kompletten Mannschaft war zweifelsohne der Grundstein für die drei Punkte. Rutschte doch mal ein Ball durch, war der umsichtige Kittel im Lok-Tor der gewohnt sichere Rückhalt.

Doch auch im Vorwärtsgang wurde versucht, spielerische Akzente zu setzen. Youngster Bennet Friebel machte über links unermüdlich Meter, die zentrale Achse Koenigs-Weichert-Seidel brachte seine Vorderleute per gezielten Nadelstichen immer wieder in Position. Auch der zweite Jungspund, Kevin Altmann, war mitten drin im Geschehen, hätte es bei Pass auf Sturmkollege Brandenburger aus rund 16 Metern durchaus selbst versuchen können.

So dauerte es bis zur 78. Minute, ehe die Lok-Kicker zum endgültigen K.O. ansetzten. Weichert, Koenigs, Brandenburger lauteten die Stationen ins Glück. Letzterer zeigte sich frei vor TuS-Keeper Schmidt eiskalt und schob das Leder in bester Torjägermanier zur Entscheidung ins grün-weiße Netz. Davon erholten sich die Leutzscher nun natürlich nicht mehr. Pünktlich pfiff Referee René Eggert die Partie ab, stolz feierten die Engelsdorfer einen so nicht unbedingt zu erwartenden Auswärtserfolg im Leipziger Westen.

Bei aller Freude bleibt nur kurz Zeit zum Verschnaufen. Am kommenden Mittwoch steht um 18 Uhr schon der Nachholer bei Lipsia Eutritzsch II auf dem Programm. mw

Engelsdorf: Kittel - Brandwein, John, Thümmler - Seidel, Koenigs - Kollrich (83. Hoffmann), Weichert (C), Friebel - Altmann (87. Jama), Brandenburger

Tore: 0:1 Seidel (8.), 0:2 Brandwein (46.), 0:3 Brandenburger (78.)

Schiedsrichter: René Eggert

Assistenten: Florian Stracke, Norbert Hannak

Zuschauer: 67

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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