2:2-Unentschieden hieß es am Ende der Nachholpartie des 18. Spieltags gegen den Tabellennachbarn aus Lindenau. Durch einen Last-Minute-Treffer von Brandenburger sicherten sich die Lok-Kicker am Ende einen Zähler, welcher auf Grund des Spielverlaufs und nicht zuletzt der aktuellen Personalsituation durchaus als Punkt der Moral gewertet werden darf.

Dem Engelsdorfer Trainerduo standen mit Sebastian Kaden, Tommy Reiche, Patrick Jacobi, Robert John, Gordon Koenigs sowie Alex Jacobi gleich sechs potenzielle Stammspieler nicht zur Verfügung. Altherren-Legende Enrico Egermaier wurde kurzerhand in der Startelf gespült, Abdi Jama sowie zwei A-Jugendkicker nahmen auf der Bank Platz. Damit noch nicht genug, gab es Mitte der ersten Hälfte gleich den nächsten Nackenschlag zu verdauen. Bei einem Zweikampf an der gegnerischen Torauslinie verletzte sich Axel Möchen am Knöchel und musste zur Behandlung in Krankenhaus gebracht werden. Die schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich zum Glück nicht, eine Zwangspause von rund zwei Wochen ist allerdings trotzdem unumgänglich.

Für den Jungspund kam ein noch jüngerer Akteur ins Spiel. Mit Bennet Friebel feierte ein A-Jugendlicher sein Debüt im Herrenbereich. Mutig und frech, fitzte sich der junge Mann sofort rein ins Spiel und machte seine Sache über die komplette Spielzeit mehr als ordentlich.

Die Partie auf dem holprigen Geläuf war ganz sicher nichts für Fußball-Ästheten. Versuchte es die Heimelf zumindest hin und wieder fußballerisch, so hatten die biederen Gäste diesbezüglich wenig bis gar nichts zu bieten. Trotzdem besaßen sie nach Fehlern der Lok-Defensive die ersten beiden Möglichkeiten, von denen Oehlmann eine in Form eines ruhendes Balles zur Führung nutzen konnte (13.). In der Folgezeit agierten die Gäste nun  noch deutlich verhaltener. Einzig das Sturmduo Pöschel/Schreiber versuchte, nach teils unkoordinierten Befreiungsschlägen etwas nach vorn zu unternehmen. Jedoch fehlte es, ähnlich dem Offensivspiel der Engelsdorfer, an der nötigen Durchschlagskraft im letzten Drittel.

Mit einer knappen Gästeführung wurden demnach die Seiten getauscht. Die Lok-Elf hatte sich vorgenommen, die wackelige Defensive der Lindenauer zielstrebiger zu bespielen und so eigene Gelegenheiten zu erzwingen. Einen solchen Fehler konnte Weichert gut zehn Minuten nach Wiederbeginn zum Ausgleichstreffer nutzen. Ein weiter Brandwein-Einwurf segelte durch den Sechzehner bis hin zum Engelsdorfer Kapitän, der per Kopf zum 1:1 einnickte (56.). Kurz darauf bot sich den Hausherren sogar umgehend die Möglichkeit zur Führung. Der Torschütze schickte Kollrich über rechts auf die Reise, dessen zaghafter Abschluss Beute des SVL-Keepers wurde. Ein Querpass zum einschussbereiten Brandenburger hätte hier wohl das sichere 2:1 bedeutet.

Auf der Gegenseite trafen die Gäste zum vermeintlichen Führungstreffer, auf Grund gleich zweier Foulspiele an Brandwein sowie Kittel wurde er allerdings korrekterweise nicht anerkannt. Diesen holten die Ludwig-Mannen wenig später jedoch nach. Im Dreikampf mit zwei Lindenauern blieb Weichert angeschlagen liegen. Die Gäste spielten den Ball nicht ins Aus und gingen durch Schreiber in Überzahl zum zweiten Mal in Führung (75.). Weder das Schiedsrichtergespann noch die Lindenauer selbst gaben in dieser Situation die beste Figur ab. Wenig später hatte Apreck als letzter Mann Glück, nach Foulspiel an Schreiber nur mit Gelb bedacht zu werden. Korrekterweise muss gesagt werden, dass die Unparteiischen auch in dieser Szene falsch lagen.

So ging es 11 gegen 11 und mit einer knappen Gästeführung in die Schlussphase des Spiels. Auch der zweite A-Junior, Kevin-Soto Schindler, kam dabei noch zu seiner Premiere. Für den leicht angeschlagenen und ausgepumpten Friebel rückte er für die Schlussminuten ins Engelsdorfer Mittelfeld. Die Lok-Kicker stemmten sich kollektiv gegen eine erneute Niederlage und erzwangen mit vorbildlichem Einsatz noch eine ganze Reihe von gefährlichen Standards. Einer davon führte kurz vor Ultimo zum erneuten Ausgleichstreffer. Seidel brachte eine abgewehrte Ecke postwendend nach innen, Brandenburger schraubte sich am zweiten Pfosten hoch und köpfte zum Endstand ein (90.). In den verbleibenden drei Minuten Nachspielzeit passierte nicht mehr viel, so dass es schließlich bei der Punkteteilung blieb. Auf Grund der prekären Personalsituation sowie in Folge des miserablen Auftritts vergangene Woche in Markranstädt ein eminent wichtiger Punkt, der Mut machen sollte für die kommenden Wochen. mw

Engelsdorf: Kittel - Thümmler, Apreck, Salbert - Brandwein, Seidel - Weichert (C), Egermaier (79. Jama) - Möchen (25. Friebel / 83. Schindler), Brandenburger, Kollrich

Tore: 0:1 Oehlmann (13.), 1:1 Weichert (56.), 1:2 Ken Schreiber (75.), 2:2 Brandenburger (90.)

Schiedsrichter: Reiner Fischer

Assistenten: Frank Winkler, Herbert Schrader

Zuschauer: 40

Bilder zum Spiel gibt's HIER!

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